Planet – Produktion und Umwelt

Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen)

Wir bei ALPLA sind uns bewusst, dass unsere Geschäftstätigkeit zur globalen CO2-Gleichung beiträgt. Daher quantifizieren wir regelmäßig unseren CO2-Fußabdruck, der mit unserer Kunststoffverpackungs- und Recyclingproduktion verbunden ist. Als Messgröße wird CO2e verwendet, das neben Kohlendioxid weitere Treibhausgase erfasst, die aufgrund ihrer Klimaauswirkungen in Kohlendioxidmengen umgerechnet werden.

 

Unsere Emissionsbewertung ermöglicht ein umfassendes Verständnis unserer CO2-Emissionen, indem sie direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen (Scope-1), indirekte Emissionen aus zugekauftem Strom (Scope-2) sowie andere indirekte Emissionen aus Aktivitäten in Zusammenhang mit unserer Wertschöpfungskette (Scope-3) einbezieht.

Miklos Toth
Senior Sustainability Manager

 

Der Weg zur Dekarbonisierung erfordert solide Grundlagen – unser umfassendes THG-Inventar stellt sicher, dass wir ein klares Verständnis unserer Basisplanemissionen haben, von denen aus wir unseren globalen CO2-Fußabdruck schrittweise verringern können.

Bei der Berechnung unserer THG-Emissionen verfolgen wir einen betrieblichen Kontrollansatz. Damit erfassen wir Emissionen, die direkt aus betrieblich kontrollierten Aktivitäten entstehen, und stellen so unseren CO2-Fußabdruck umfassend dar.

Unsere Emissionsberechnungen orientieren sich an den Methoden des Greenhouse Gas Protocol (GHGP), eines international anerkannten Standards zur Messung von THG-Emissionen und Berichterstattung darüber. Die Einhaltung des GHGP stellt sicher, dass unsere Berichterstattung konsistent, vergleichbar und glaubwürdig ist, sodass Stakeholder unsere Fortschritte bei der Reduktion von Emissionen genau beurteilen können.

Scope-1-THG-Emissionen

2022 sind unsere Brutto-Scope-1-THG-Emissionen gegenüber 2021 um rund 6 % gestiegen. Dies kann mit einer Zunahme von Kältemittelleckagen und einem leicht höheren Verbrauch von Gas für Heizzwecke verbunden sein. Für den Treibstoffverbrauch der Firmenwagen gehen wir von einem konstanten Wert aus (basierend auf Schätzungen für die ALPLA Firmenwagen im Jahr 2022); dieser wird ab 2023 jährlich erhoben. Auch die THG-Emissionen im Zusammenhang mit Kältemitteln werden geschätzt, da nur für ca. 75 % unserer Anlagen tatsächliche Werte vorliegen.

 

Scope-2-THG-Emissionen

Trotz unseres allgemeinen Geschäftswachstums blieben unsere marktbasierten Brutto-Scope-2-THG-Emissionen im Berichtszeitraum unverändert. Dies ist auf den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien und die weltweiten Anstrengungen zur Steigerung der Energieeffizienz zurückzuführen.

Die Intensität der THG-Emissionen von ALPLA sank im Jahresvergleich von 176 tCO2e/Mio. EUR auf 137 tCO2e/Mio. EUR, was vor allem auf stagnierende THG-Emissionen trotz unseres gesteigerten Jahresumsatzes zurückzuführen ist.

 

Scope-3-THG-Emissionen

Nach der Abbildung unserer Wertschöpfungskette haben wir ein Screening aller 15 Kategorien von Scope-3-THG-Emissionen gemäß GHGP und gemäß den Anforderungen der Science Based Targets Initiative (SBTi) eingeleitet, um zu verstehen, welche Aktivitäten für unser Geschäft relevant sind. Beim Screening haben wir alle vom GHGP aufgeführten Kriterien bei der Identifizierung relevanter Scope-3-Aktivitäten berücksichtigt, darunter auch die potenzielle Bedeutung der Kategorien, ob wir Einfluss auf die Reduktion der Emissionen nehmen können, ob sie mit erheblichen Risiken verbunden sind oder von unseren wichtigsten Stakeholdern anderweitig als kritisch eingestuft werden. Für Kategorien, für die wir keine Primärdaten hatten, nutzten wir das vom GHGP empfohlene Scope-3-Evaluator-Tool von Quantis, um eine Entscheidung über die Relevanz und Wesentlichkeit der jeweiligen Scope-3-Kategorie zu ermöglichen.

Die nachfolgende Liste fasst das Ergebnis des Screenings zusammen, gegebenenfalls mit Begründungen für Auslassungen. Als Obergrenze für die Wesentlichkeit legen wir 5 % fest.

Schlussfolgerung zur Relevanz: THG-Emissionen im Zusammenhang mit den eingekauften Rohstoffen machen den Großteil (66,3 %) unserer Scope-3-Emissionen aus
Begründung der (Teil-)Auslassung: Emissionen aus anderen Gütern und Dienstleistungen als Rohstoffen (d. h. Farben und Additive, Sekundärverpackungen, indirekte Beschaffung) sind schwierig zu berechnen und werden voraussichtlich nicht wesentlich zu den gesamten Scope-3-Emissionen beitragen, weshalb sie aufgrund der eingeschränkten Datenverfügbarkeit und ihrer Unwesentlichkeit nicht offengelegt werden

Schlussfolgerung zur Relevanz: Gemäß unserem ersten Screening nicht wesentlich (Anteil von 4,2 % an den gesamten Scope-3-Emissionen)
Begründung der (Teil-)Auslassung: Unwesentlich

Schlussfolgerung zur Relevanz: In unserer Berechnung berücksichtigt, da ihr Anteil über dem festgelegten Schwellenwert liegt (Anteil von 5,6 % an den gesamten Scope-3- Emissionen)
Begründung der (Teil-)Auslassung: Berücksichtigt wurde aufgrund des marginalen Beitrags von Erdöl und Erdgas nur Strom

Schlussfolgerung zur Relevanz: Während wir kontinuierlich die Emissionen im Zusammenhang mit dem Transport unserer Produkte zu unseren Kunden verfolgen, verfügen wir nur über Schätzungen zu den THG-Emissionen im Zusammenhang mit dem Transport der von uns gekauften Rohstoffe (Anteil von 14,0 % an den gesamten Scope-3-Emissionen)
Begründung der (Teil-)Auslassung: Transport- und Verteilungsemissionen von anderen Gütern und Dienstleistungen als Rohstoffen wurden nicht berücksichtigt

Schlussfolgerung zur Relevanz: Gemäß unserem Erstscreening unwesentlich (Anteil von 0,1 % an den gesamten Scope-3-Emissionen)
Begründung der (Teil-)Auslassung: Unwesentlich

Schlussfolgerung zur Relevanz: Gemäß unserem ersten Screening nicht wesentlich (Anteil von 1,3 % an den gesamten Scope-3-Emissionen)
Begründung der (Teil-)Auslassung: Unwesentlich

Schlussfolgerung zur Relevanz: Gemäß unserem ersten Screening nicht wesentlich (Anteil von 0,4 % an den gesamten Scope-3-Emissionen)
Begründung der (Teil-)Auslassung: Unwesentlich

Schlussfolgerung zur Relevanz: Gemäß unserem ersten Screening nicht wesentlich (Anteil von 0,05 % an den gesamten Scope-3-Emissionen)
Begründung der (Teil-)Auslassung: Unwesentlich

Schlussfolgerung zur Relevanz: Nicht zutreffend, Emissionen aus abgehenden Transporten werden in Kategorie 4 erfasst
Begründung der (Teil-)Auslassung: Nicht zutreffend

Schlussfolgerung zur Relevanz: In unserer Berechnung berücksichtigt, da die THG-Emissionen im Zusammenhang mit der Weiterverarbeitung (dem Blasen) unserer verkauften Preforms wesentlich sind (Anteil von 6,2 % an den gesamten Scope-3-Emissionen)
Begründung der (Teil-)Auslassung: -

Schlussfolgerung zur Relevanz: Nicht relevant für unser Geschäft
Begründung der (Teil-)Auslassung: Nicht zutreffend

Schlussfolgerung zur Relevanz: Gemäß unserem ersten Screening nicht wesentlich (Anteil von 2,0 % an den gesamten Scope-3-Emissionen)
Begründung der (Teil-)Auslassung: Unwesentlich

Schlussfolgerung zur Relevanz: Für unser Geschäft nicht zutreffend
Begründung der (Teil-)Auslassung: Nicht zutreffend

Schlussfolgerung zur Relevanz: Für unser Geschäft nicht zutreffend
Begründung der (Teil-)Auslassung: Nicht zutreffend

Schlussfolgerung zur Relevanz: Für unser Geschäft nicht zutreffend
Begründung der (Teil-)Auslassung: Nicht zutreffend

Basierend auf den verfügbaren Daten haben wir die folgenden Ansätze zur Berechnung unserer Scope-3-THG-Emissionen für unsere wesentlichen Tätigkeiten verwendet:

  • Für die von uns eingekauften Rohstoffe haben wir die Durchschnittsdatenmethode verwendet, bei der unsere Emissionen auf der Grundlage der verfügbaren Daten über die Menge der verschiedenen eingekauften Rohstoffe berechnet wurden. Eigenbeschaffte Rohstoffe (rPET und rHDPE aus unseren Recyclingwerken) sowie PET- und rPET-Mengen im Rahmen des „Hard Tolling“ (Kauf und Transport der von uns verarbeiteten Rohstoffe) wurden nicht berücksichtigt, während die Einsatzstoffe unserer Recyclingwerke (PET- und HDPE-Ballen) in die Berechnung einbezogen wurden. 

  • Auch für unsere brennstoff- und energiebezogenen Aktivitäten verwenden wir die Durchschnittsdatenmethode, wobei wir uns ausschließlich auf die vorgelagerten THG-Emissionen des von uns eingekauften Stroms (als vorherrschenden Energieträgers) konzentrieren.

  • Für vorgelagerte Transporte verwenden wir die entfernungsbasierte Methode, bei der die Emissionen anhand der Entfernung und des verwendeten Verkehrsmittels berechnet werden. Wir haben granulare Daten über den Transport unserer Produkte zu unseren Kunden, während wir nur Schätzungen zu den Entfernungen der Rohstoffe haben, über die sie bis zu unseren Werken transportiert werden.

  • Auch für die Verarbeitung der verkauften Produkte (Preforms, die vom Kunden geblasen und dann befüllt werden) verwenden wir die Durchschnittsdatenmethode. Wir gehen davon aus, dass unsere Kunden Strom für ihre Prozesse nutzen und verwenden aufgrund fehlender Daten zum jeweiligen Energiemix länderspezifische (standortbasierte) Emissionsfaktoren für die Berechnung der THG-Emissionen.

Die vier wesentlichen Kategorien decken über 90 % unserer gesamten Scope-3-THG-Emissionen ab. Insgesamt konnten wir unsere Scope-3-THG-Emissionen im Jahresvergleich um 3,5 % senken. Dies steht im Einklang mit unseren Dekarbonisierungszielen: Wir haben uns im Juni 2022 zur SBTi verpflichtet, mit dem Ziel, in den kommenden 24 Monaten wissenschaftsbasierte Ziele (SBTs) festzulegen. Für 2023 planen wir, unsere kurzfristigen Ziele sowohl für Scope 2 als auch für Scope 3 festzulegen.